Meine Geschichte
Ich habe jahrzehntelang ein Leben geführt, das funktioniert hat. Es war nur nicht wirklich meins.
Ich erzähle das nicht, weil es eine schöne Geschichte ist. Ich erzähle es, weil du gerade vielleicht an der Stelle stehst, an der ich 2016 stand, und dir einredest, dass es noch geht.
4
Unternehmen, die ich aufgebaut hatte
100+
Mitarbeiter, die ich geführt habe
7
Tage die Woche, bis zu 14 Stunden
7-stellig
Jahresumsatz
Ich war erfolgreich. Unternehmer. Arbeitgeber. Verantwortungsträger.
Menschen fragten mich um Rat. Kunden vertrauten mir.
Und trotzdem hatte ich etwas Entscheidendes übersehen:
Ich hatte gelernt, mein Leben danach auszurichten, was andere von mir erwarteten. Nicht danach, was ich selbst wollte.
Ich war gut darin, zu funktionieren. Verantwortung zu übernehmen. Erwartungen zu erfüllen. Stark zu sein. Es anderen recht zu machen. Der zu sein, den andere in mir sehen wollten.
Und irgendwann bemerkte ich kaum noch, wie weit ich mich dabei von mir entfernt hatte. Ich dachte, so macht man das eben.
Ich bin mit Regeln groß geworden, die ich lange nicht als Regeln erkannt habe. Von nichts kommt nichts. Man muss etwas leisten. Man lässt andere nicht hängen. Man reißt sich zusammen. Man macht weiter. Und vor allem: Man fällt nicht aus der Reihe.
Also spielte ich mit. Im Beruf. In Beziehungen. In der Familie. Ich fragte mich viel zu oft, was andere von mir erwarten und viel zu selten, was ich von meinem Leben erwarte.
Ich wollte dazugehören. Anerkannt werden. Niemanden enttäuschen. Dahinter steckte etwas, das ich damals nicht sehen wollte: Ich brauchte die Anerkennung anderer, weil mir meine eigene nicht reichte.
Also musste ich mich beweisen. Durch Leistung. Erfolg. Dadurch, für andere da zu sein und gebraucht zu werden. In Wahrheit machte ich meinen Wert davon abhängig, wie andere mich sahen.
Das Gefängnis hatte keine Gitter.
Niemand zwang mich, so zu leben. Das musste auch niemand mehr. Ich hatte die Regeln der anderen längst zu meinen eigenen gemacht. Ich dachte, bestimmte Dinge macht man eben so.
Und wenn ich etwas anderes wollte, war sofort diese eine Frage da: Was werden die anderen sagen?
Also blieb ich in meinen Rollen. Funktionierte weiter. Und trug weiter meine Maske.
6. November 2017
Mein Körper zog die Grenze, die ich selbst nie gezogen hatte.
Das, was sich über Jahre aufgebaut hatte, bekam einen Namen: Burn-out.
Heute weiß ich: Der Burn-out war nicht mein eigentliches Problem. Er war die Folge. Ich hatte jahrelang versucht, jemand zu sein, von dem ich glaubte, dass ich so sein müsste. Hatte Erwartungen erfüllt, Rollen gespielt und meinen Wert im Außen gesucht.
Ich hatte mein Leben geführt, aber nicht nach meinen Regeln.
10. Dezember 2017
Dann ließ ich zum ersten Mal die Maske fallen.
Ich saß mit meinen Mitarbeitern an unserem fünf Meter langen Konferenztisch. Monatelang hatte ich versucht, meine Fassade aufrechtzuerhalten. Jetzt sagte ich ihnen die Wahrheit. Ich hatte Burn-out.
Ich hatte Angst, Schwäche zu zeigen. Angst davor, wie sie mich danach sehen würden. Und dann passierte genau das nicht, wovor ich mich gefürchtet hatte. Ich verlor weder ihre Achtung noch ihre Loyalität. Im Gegenteil.
Zum ersten Mal seit Monaten war ich wieder stolz auf mich. Nicht, weil ich etwas geleistet hatte. Sondern weil ich aufgehört hatte, so zu tun.
Was mich gerettet hat, war nicht mehr Kraft. Es war der Moment, in dem ich aufgehört habe, so zu tun, als hätte ich sie noch.
2018 bis 2020
Ich musste etwas Grundsätzlicheres verändern.
Es reichte nicht, weniger zu arbeiten. Ich musste aufhören, mein Leben danach auszurichten, was andere für richtig hielten.
Ich musste lernen, Nein zu sagen. Grenzen zu setzen. Menschen loszulassen. Alte Glaubenssätze infrage zu stellen. Entscheidungen zu treffen, die nicht jeder verstehen würde.
Und ich musste mir eine Frage wieder erlauben: Was will eigentlich ICH? Nicht mein Umfeld. Nicht meine Familie. Nicht meine Kunden. Ich.
Denn ein eigenes Leben zu führen, bedeutet auch, auszuhalten, dass andere etwas anderes für dich vorgesehen haben.
Was es gekostet hat
4
Jahre, bis ich wieder stabil war
27
Monate arbeitsunfähig
5
Energievampiere, die ich losgelassen hab
1
Firma, die es so nicht mehr gibt
Heute
Die Regeln sind andere. Meine.
Ich arbeite anders. Ich entscheide anders. Ich setze Grenzen. Ich muss nicht mehr jedem gefallen und definiere meinen Wert nicht mehr darüber, wie viel ich leiste oder wie andere mich beurteilen.
Ich kann der sein, der ich bin.
Dafür habe ich Dinge aufgegeben. Menschen. Überzeugungen. Rollen. Sicherheiten. Vorstellungen davon, wie mein Leben auszusehen hat.
Aber eines habe ich nicht mehr aufgegeben: mich selbst.
Ich bin nicht der, der davor warnt. Ich bin der, der zurückgekommen ist.
Mein Warum
Deshalb mache ich diese Arbeit.
Nicht, weil ich Menschen vor einem Burn-out bewahren will. Sondern weil ich weiß, wie es sich anfühlt, jahrzehntelang zu funktionieren und irgendwann festzustellen: Das hier ist gar nicht das Leben, das ich führen will.
Ich weiß, wie schwer es ist, aus Rollen und Regeln auszubrechen, die man lange für selbstverständlich gehalten hat. Und wie viel Mut es kostet, den eigenen Weg nicht nur zu erkennen, sondern ihn auch zu gehen.
Genau dabei begleite ich heute Menschen. Herauszufinden, was wirklich ihres ist. Eigene Regeln aufzustellen. Entscheidungen zu treffen. Und ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu führen.
Denn dafür muss man nicht alles aufgeben. Aber man muss bereit sein, das aufzugeben, was einen davon abhält, man selbst zu sein.
Wer mich lange kennt, beschreibt mich selten mit den großen Worten, die man von einem Unternehmer erwartet.
Wie mich Menschen beschreiben, die mich lange kennen
„Verlässlich. Smart. Charismatisch.“
Marion, Freundin
„Zielstrebig. Willensstark. Einfühlsam.“
Silke, Exfreundin
„Herzlich. Zugänglich. Großzügig.“
Stefan, Nachbar
„Direkt. Authentisch. Reflektiert.“
Oliver, Freund & Geschäftspartner
„Klartextend. Überzeugend. Versiert.“
Holger, Geschäftspartner
„Hilfsbereit. Loyal. Zielstrebig.“
Ute, ehemalige Mitarbeiterin
Sich aufgeben ist keine Option. Etwas aufgeben ist oft die einzige Lösung.
Wenn du das hier gelesen hast, weil du dich wiedererkennst: Warte nicht so lange wie ich.
Wenn es dir gerade selbst so geht: Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.